Ich grüße dich, Inkantator Koura! Schön, dass du dir die Zeit nimmst, um dein Projekt "Mosaic" ein wenig zu beleuchten. Du arbeitest ja bereits seit mehreren Jahren unter diesem Namen an Songs, hast aber nur sehr wenig veröffentlicht, was darauf schließen lässt, dass "Mosaic" vor allem persönlichen Zwecken dienen soll. Dennoch wurde nun das Debüt-Album "Of The Fallen One" angekündigt, welches nach zwei Split-Veröffentlichungen der erste umfangreiche Schritt in die Öffentlichkeit sein wird. Kannst du das Konzept und die grundlegende Herangehensweise von "Mosaic" näher erläutern? Welchen Stellenwert hat es für dich und inwiefern unterscheidet es sich von den anderen Bands, in denen du aktiv bist?

Grüße Dich, immer wieder schön mit dir ins Gespräch zu kommen und kein 0815 Kanonenfutter-Interview zu geben! Mosaic hat seit jeher einen recht hohen, wenn nicht den höchsten Stellwert für mich – mir fehlten jedoch die Mittel, die Zeit und die passenden Mitstreiter, was sich nun seit über einem Jahr doch endlich zu Gunsten von Mosaic entwickelt hat. Bei Mosaic ist es so, dass ich die Songs komplett von der Abfolge zuhause fertig schreibe und dann wird geschaut, wie welches Schlagzeug dazu passen würde. Was mir daran sehr gefällt, ist, dass die Songs, wenn sie dann Drums bekommen, oft eine ganz eigene Dynamik entwickeln, die vorher gar nicht beabsichtigt war. Aber ich belasse es dann dabei und versuche die Grundintention nicht auf Biegen und Brechen den Songs aufzuzwingen. Für mich macht gerade dies den Reiz von Mosaic aus, denn es ist sehr wichtig für mich bei Mosaic den Moment einzufangen.

Der Name deutet ja bereits an, dass du dich bei "Mosaic" nicht auf eine bestimmte Musikrichtung oder ein spezifisches Konzept festlegen möchtest. Dennoch ziehen sich diverse Aspekte wie ein roter Faden durch deine Songs, die sich für mich vor allem subjektiv in der ästhetischen Wirkung und den mystischen Wurzeln formulieren. In welchen Bereichen kann das Projekt wirken und gibt es Grenzen, die du dir selber gesetzt hast oder gibt es Ideen, die du nicht unter diesem Namen umsetzen würdest?

Grenzen gibt es keine. Im Grunde halte ich alle möglichen Ideen fest, die ich musikalisch "fabriziere". Das geht von reinen Akustik-Nummern über Ambient, Black Metal, Post-Rock, Drone, Doom, Soundscapes, Trip-Hop bis hin zu melancholischen Punk-Nummern der Marke EA80 oder frühen Turbostaat. Eine Zeit lang hatte ich so viele Konzepte und Projekte, die eigenständig laufen sollten, bis ich mich nun dieses Jahr dazu entschieden habe, dass, wenn etwas veröffentlicht wird, es unter dem Namen Mosaic veröffentlicht werden wird, nicht umsonst wurde der Name so gewählt und daran halte ich mich nun auch. Ein weiterer Beweggrund ist vor allem, dass es doch sehr eigen ist, viele verschiedene Stile unter einem Namen zu veröffentlichen. Mir selbst geht nämlich stets das Messer auf, wenn man bei Metal Archives bei Künstlern eine Liste von 20 Projekten aufgepoppt bekommt, wo jeder Projektname beknackter als der Andere ist und wo sich im Endeffekt alles gleich anhört, oft sogar mit gleicher Produktion, Gitarrensounds etc. pp. – da frag ich mich doch, was sich die Leute dabei überhaupt denken, oder ob die ihren eigenen Kram mal objektiv betrachten. Wichtig für Mosaic ist mir vor allem, dass es zu jeder Zeit eine mystische Aura besitzt, das ist die Grundintention. Alles andere entsteht nach meinem momentanen Belieben.

Auch wenn "Mosaic" wohl schon als Solo-Projekt bezeichnet werden kann, spielen Gastmusiker wohl eine wichtige Rolle. Inwiefern lässt du Außenstehenden Freiraum in deiner Musik und gibt es auch Musiker, die mit einer gewissen Regelmäßigkeit involviert sind?


Zu den Anfangstagen war das wirklich als eine Hauptsäule angedacht, viele verschiedene Gastmusiker zu haben. Ich hatte einige Ideen und auch schon Gespräche mit möglichen Gastsängern (u.a. Aaskereia). Aber da bei Mosaic ja nicht mehr als Fragmente zustande kamen, ist daraus nie etwas geworden. Mittlerweile überlege ich mir sehr genau, wo man überhaupt einen Gastmusiker benötigen könnte. Natürlich an den Drums, das wird sich auch nie ändern, obwohl ich einige Perkussion Sachen mittlerweile auch selbst einspiele. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich so viel wie möglich selber einspielen will mit Mosaic und nur noch spärlich "Fremden" Raum einräume. Denn Mosaic ist auf meine Vision und wird es auch bleiben. Im Folgenden gebe ich einen kurzen Überblick, wer bei Mosaic schon mitgewirkt hat:

Seit ein paar Monaten hilft mir Leshiyas von Vivus Humare am Schlagzeug. Mit ihm erarbeite ich die Grundstrukturen der Songs. Ich bin überaus froh darüber, dass er mich unterstützt. Er ist seines Zeichens eigentlich Gitarrist und spielt gar kein Schlagzeug, dafür funktioniert es aber sehr gut und es reicht aus, um Vor-Produktionen zu erstellen. Er tickt ähnlich wie ich und hat auch ähnliche Ideen für das Drumming, darum kann ich hervorragend mit ihm arbeiten. Falls es Mosaic mal auf eine Bühne schaffen sollte, wird er aber eine der Gitarren übernehmen. Für das Studio-Drumming hatte ich bis dato Unterstützung von Wiedergaenger (Total Negation), welcher auf "Creator of the Stars" und "Stellar Landscape" zu hören ist, und es ist nicht ausgeschlossen, dass er zu irgendeinem Zeitpunkt wieder an den Kesseln zu hören sein wird. Für den kommenden Studiobesuch im Oktober 2013 und Frühjahr 2014 ist jedoch schon jemand anderes verpflichtet worden, der alsbald bekannt gegeben wird. Auf einem unveröffentlichten Song namens "Purpurne Träne" ist Lupan von EgoNoir am Gesang zu hören. Ich hatte einen sehr wirren Text für diesen Song geschrieben und seine wahnsinnige Stimme war einfach perfekt dafür. Evae von Vargnatt schrieb einen kompletten Song, den er Mosaic zur Verfügung stellte. Diese Nummer trägt den Titel "Leyd II" und ist eher dem Depressive Rock zuzuordnen.

Mit der Urbesetzung von Alchemyst wurde ein Song für Mosaic aufgenommen, der auf der Erstauflage des Blood and Ember Demos von Alchemyst zu hören war. Dieser Song wird auch unter anderem Namen auf "…of the fallen one" zu hören sein. Mit G.N. von Seremoni nahm ich auch diverse Sachen auf. Diese liefen unter den Projektnamen "Die Gestalten" und "Kerker". Erstere waren sehr minimale Punk Rock-Nummern, zweiteres eine sehr obskure, lange Drone-Klanglandschaft. Ak-Zernikh unterstützte mich bei "Creator of the Stars” und steuerte jeweils eine improvisierte Rhythmus sowie Lead-Gitarre bei.
(Auf Stephan L. werden wir im späteren Interview noch zu sprechen kommen.)
Die musikalischen Umsetzungen siedeln sich dabei in verschiedensten Bereichen an. Black Metal, (Neo)Folk, Ambient und Doom sind dabei aber wohl die wichtigsten Bereiche, in denen du dich bewegst. Kannst du versuchen zu beschreiben, wie es zu einer derart vielfältigen Arbeitsweise kommt und gibt es verbindende Elemente zwischen den jeweiligen Bereichen, in denen "Mosaic" tätig ist? Also das verbindende Element bin sicherlich ich selbst. Ich hab einen breitgefächerten Musikgeschmack und versuche einfach das zu machen, was mir gefällt. Natürlich wird es sich überwiegend im extremen Metal Bereich bewegen, aber gerade so kleine Einschübe aus anderen Genres machen die Musik dann interessant. Wie schon erwähnt ist dies auch einer der Hauptgründe warum Mosaic – Mosaic heißt.

Im Jahre 2011 kam es zu der ersten Veröffentlichung von "Mosaic". Die Split mit "Alchemyst" wurde damals über Iron Bonehead Productions publiziert und beinhaltete den Track "Creator Of The Stars". Warum hast du dich ausgerechnet für diesen Song entschieden? In Anbetracht der Tatsache, dass du zu diesem Zeitpunkt wohl schon einige Stunden an Musik aufgenommen haben dürftest, kann ich mir vorstellen, dass keine einfache Aufgabe ist, hier zu selektieren.


Das ist eine sehr interessante Geschichte. Ak-Zernikh und ich warteten an einem Tag im späten Frühjahr 2010 auf den damaligen Alchemyst-Drummer. Da er nicht erschien, begannen wir an einem Song zu arbeiten und gleichzeitig aufzunehmen, der letztendlich zu "Creator of the Stars" wurde. Er ist recht hypnotisch und statisch von der Grundstruktur. Die Highlights bilden definitiv die Lead-Gitarren von Ak-Zernikh und mir, die dem Ganzen eine sehr interessante Dynamik verleihen. Wiedergaenger spielte daraufhin die Drums ein und brachte dadurch vor allem zum Ende des Songs noch mal einen gewissen Schwung und Leben in das Liedgut. Die Vocals sind mit bedacht recht spärlich gewählt, da sie dann von den Lead-Gitarren abgelöst werden. Die Grundstruktur des rituellen Intros stammt aus Wiedergaengers Ideenreichtum. In einer weiteren Session nahm ich dann noch die Gitarren für das Intro auf und dann wurde das Ganze gemixt. Zu diesem Zeitpunkt war es der einzige Mosaic Song in Studioqualität und damit war der Selektionsprozess recht einfach.

Bei der zweiten Publikation handelte es sich ebenfalls um eine Split-7", diesesmal mit dem deutschen Black Metal-Urgestein "Anti", welche in diesem Jahr über Amor Fati Productions erschien. Im Gegensatz zu der ersten Veröffentlichung scheint hier ein grundlegendes Konzept vorhanden zu sein, welches sich durch die Musik, die Titel, aber auch durch das Cover ausdrückt. Kannst du dieses ein wenig erläutern? Und wie kam es zu dem Kontakt mit "Anti"?

Hinter dieser Split steckt auch eine interessante Geschichte. Ich plante damals mit Karge Welten eine Jubiläums-Kompilation mit exklusiven Songs von "meinen" Bands, sowie von Bands, mit denen ich befreundet bin oder die ich selbst sehr schätze, wie zum Beispiel Anti, die mit "Beatam Mortem Expectans" einen meiner All-Time-Favs geschaffen haben. Leider kam es nie zu dieser Zusammenstellung, obwohl viele Beiträge eingingen, u.a. von Throndt, Die Toten kehren wieder mit dem Wind, Draumar, Nachtreich und eben auch von Anti. Da der Anti Song so mächtig geworden war, kam mir die Idee, eine Konzept-Split zu machen. Anti waren recht begeistert von der Idee und daraufhin schrieb ich den Text für Stellar Landscape, welcher zusammen mit "Landscape in Minor" die Vielfältigkeit einer Landschaft verdeutlicht. Das Cover- und Layout-Konzept stammen auch von mir. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an Pascal Hauer für die perfekte Umsetzung des Front- und Backcovers!

Besonders interessant bei dieser Split ist wohl auch die Bereicherung durch Stephan L. von "Fjoergyn". Kannst du ein paar Worte über die Zusammenarbeit verlieren?

Auf die Zusammenarbeit mit Stephan freue ich mich immer wieder sehr. Er hat bereits beim Alchemyst-Album einen großartigen Job abgeliefert und bei Stellar Landscape auch. Gerade bei Letzterem hat er auch selbst kleine feine Details und Nuancen integriert, auf die ich so nicht gekommen wäre. Ansonsten fertigt er die Sachen so an, wie ich sie mir vorstelle. Wir arbeiten recht viel zusammen, auch in Bezug auf Fjoergyn, wo ich Gastgesang und auch zwei Shirt-Designs bis dato beigesteuert habe. Es wird in Zukunft sicherlich noch mehr Kollaborationen zwischen uns beiden geben.

Wieso hast du dich dazu entschieden, die ersten Schritte in die Öffentlichkeit in Form von Split-Veröffentlichungen zu tätigen? Diese Vorgehensweise ist ja doch vergleichsweise ungewöhnlich und bietet rein quantitativ eher wenig Raum.

Dies habe ich bereits am Anfang erwähnt. Mir fehlten meistens Zeit, Mittel und Mitstreiter, um die Aufnahmen zu realisieren. Deswegen gibt es bis dato auch nur die beiden Split-EPs, auf denen das einzige Studio-Material von Mosaic zu hören ist. Alle anderen Aufnahmen sind Fragmente, Rehearsals oder Vor-Produktionen und eher für mich gedacht. Dabei handelt es sich nahezu um 4 Stunden Material. Somit ist der Grund hinter Splits eher pragmatisch, da es einfach kein weiteres Studio-Material gab.

Kommen wir nun zum angekündigten Debüt-Album "Of The Fallen One", welches in diesem Jahr mit der Hilfe diverser Labels erscheinen soll. Das Material wurde zwischen Jahren 2008 und 2013 geschrieben. So ist es zu erwarten, dass es aufgrund persönlicher und musikalischer Entwicklungen diverse Unterschiede zwischen den Songs geben wird. Inwiefern unterscheidet sich das verwendete Material und weswegen können die Tracks dennoch als homogenes Werk funktionieren?

Zunächst möchte ich I, Voidhanger Records und Amor Fati Productions schon vorab danken, dass sie mich dabei unterstützen und auch voll und ganz hinter mir stehen und sich vor allem sehr für die Musik und mein Schaffen interessieren. Dies gibt mir viel Kraft, Mosaic endlich auf den Weg zu bringen. Das Konzept hinter "Of the fallen one" hat sich sehr vom ursprünglich anvisierten Plan in den letzten Wochen und Monaten geändert und gewandelt. Es war angedacht, eine Art Stern im Universum darzustellen und die Eindrücke von diesem wiederzugeben. Also sollte es sehr klanglandschaftlich gestaltet werden, die eine "ich schwebe im Weltraum"-Atmosphäre versprühen sollte. Das war das ursprüngliche Konzept. Dazu war auch angedacht, Creator of the Stars und Stellar Landscape in neuen Fassungen auf das Album zu packen, da diese Tracks ursprünglich für das Album angedacht waren. Diese Idee habe ich jedoch verworfen, da die Stücke, so wie sie eingefangen worden, gut sind und ich die Atmosphäre nicht noch einmal erschaffen kann und ich diese auch nicht kaputt komponieren will. Zudem wirken beide Songs alleine sehr gut für sich, obwohl sie eigentlich zusammengehören. Creator of the Stars ist quasi eine Art Einführung für Mosaic – die Erschaffung der Sterne, recht schlicht und tragend gehalten. Stellar Landscape stellt den Schlussstein dar, sowohl lyrisch als auch musikalisch. Er bricht oft in Raserei aus, was den Zusammenbruch des Universums verdeutlichen soll. Das fehlende Stück zwischen beiden Songs ist der Song "Svn and Moon" (ehemals: Decadence of Stars). Diese drei Songs gehören thematisch zusammen und bilden im Endeffekt eine Trilogie. "Die Erschaffung – Das Sein – Der Zusammenbruch". "Svn and Moon" wird das Album dann schließen. Das ist wirklich schön von der Idee her: Creator of the Stars – dann das Album mit "Svn and Moon", somit wird dem "Sein" am meisten Raum gegeben – und dann Stellar Landscape, finde ich sehr schön und rund vom Konzept her. Die Idee hinter "Of the fallen one" ist nun, dass doch alles in irgendeiner Weise zum Kosmos und zum Universum gehört – also im Endeffekt ähnlich wie im Pantheismus (Gott ist in Allem) und somit ist die Grundintention, beziehungsweise die Grundidee hinter OTFO die gleiche geblieben, wird nur anders ausgelegt und betrachtet. Zudem möchte ich mit diesem Album eine Art Einführung in die Welt von Mosaic geben. Die Welt von Mosaic sind im Endeffekt meine Ansichten, Eindrücke, Erinnerungen etc. pp., die ich im Leben gemacht habe, jedoch werden diese auf eine Art Welt projiziert, die es so nicht gibt. So werden die Lieder auf dem Album alle für sich stehen, sind aber durch "Alles gehört zum Kosmos" miteinander verbunden. Zudem steht jeder Song auf dem Album für ein bestimmtes Element. Sehr interessant finde ich, dass die Songs von 2008 hervorragend zu neueren Kompositionen passen. Es war geplant, einen Lieder-Zyklus auf das Album zu packen, welcher sich aber zu sehr differenzierte und auch nicht das "OTFO"-Feeling aufkommen lies. Diese Songs habe ich nun separiert und ich bin überaus froh darüber. Somit bin ich ziemlich zuversichtlich, dass es letztendlich ein homogenes Album wird.

Inwiefern unterscheiden sich die Songs, wie sie letzten Endes auf dem Album zu hören sein werden, von ihren ursprünglichen Versionen? Beschränken sich die Änderungen auf Neuaufnahmen und soundtechnische Überarbeitungen oder hast du das Material auch stellenweise neu arrangiert oder sogar komplett überarbeitet?

Die Grundstrukturen sind natürlich noch vorhanden. Jedoch wurde das gesamte Material überarbeitet, die alten Aufnahmen bestanden ja größtenteils nur aus einer Drum-Spur und einer Gitarre, alles Weitere fehlte ja. Darum entstand ein großer Teil der Songs erst in den letzten Monaten. Auch stammen die Texte alle erst aus diesem Jahr. Früher hatte ich immer nur Blind-Texte oder Fragmente, die dann auch die Arbeitstitel bildeten. Darum besitzen die finalen Lieder dann auch andere Liedtitel als damals. Von dem ursprünglichen Konzept werden nur zwei Lieder auf dem Album zu hören sein. Dies habe ich ganz bewusst so gewählt, denn diese beiden Lieder haben die Funktion das Album zu eröffnen und zu schließen und somit bilden sie einen Rahmen - diesen Gedanken fand ich sehr schön. Zudem werden diese Songs einen Jam-artigen Charakter haben, also auch sehr ausufern und recht monoton sein, wie es halt angedacht war: "Man schwebt im Weltraum". Soweit ich es bisher beurteilen kann, wird sich das letztendliche Ergebnis wieder in verschiedenen Genres bewegen, wobei man vielleicht grob zwischen den Metal-Songs und den ruhigeren Folk/Ambient-Tracks unterscheiden kann. Magst du die Musik von "Of The Fallen One" aus kompositorischer Sicht erläutern? Was wird den charakteristischen Sound des Albums deiner Meinung nach ausmachen? Der charakteristische Sound des Albums wird Einigen sicher vor den Kopf stoßen. Es wird sich in der Waage halten zwischen Metal-Songs und Neofolk-Nummern, wie man sie von Rome oder Sol Invictus beispielsweise kennt. Es werden aber auch deutliche Einflüsse von Les Discrets, Empyrium oder Secrets of the Moon zu hören sein. Als weiteres Stilmittel setze ich auf die Kombination von deutschen und englischen Texten. So ist es für mich leichter, Texte für die Neofolk-Nummern auf Deutsch zu verfassen als in englischer Sprache. Das gleiche gilt genau andersrum für die "Metal"-Nummern. Jedoch wird es auch die eine oder andere Stelle geben, wo beide Sprachen zu hören sein werden.

Du hast sowohl mit optischen als auch mit musikalischen Mitteln immer wieder orientalische Assoziationen geweckt. Wird es derartige Einflüsse auch auf dem Album geben und was fasziniert dich an der morgenländischen Kultur?

Dies ist eigentlich sehr einfach zu erklären. Sobald ich orientalische Klänge vernehme, verbinde ich damit eine mystische Aura, etwas Unbekanntes, Fremdartiges. Darum spiele ich häufig solche Skalen, da es genau das ist, was ich mit Mosaic vermitteln möchte – Mystik. Dies ist auch der Grund warum ich oft verschrobene Chöre in meine Musik einbaue. Ein weiterer Grund ist sicherlich das Melechesh, Absu und Zemial zu meinen Haupteinflüssen gehören und ich sehr viel Inspiration von den Platten mitnehme.

Soweit ich mich erinnern kann, hattest du einige Veröffentlichungen wie Splits mit "Dawn Of Death" und "Nachtruf" angekündigt. Wird es noch zu der Publikation kommen oder sind diese Projekte erst mal auf Eis gelegt?

Mehr oder weniger. Also der Song, der für die "Dawn of Death"-Split angedacht war, wird in der Album-Session definitiv mit aufgenommen werden. Er trägt den Titel "Old Kross" und wird auch ein reiner Doom Song mit Hammond Orgel etc pp. Sein. Ob er nun mit "DoD" erscheint, ist momentan aber noch unklar. Der Song für die Nachtruf Split, ist ein sehr alter Song von 2007, namens "Leyd" dieser wird ebenfalls neu aufgenommen und ist eine typisch deutsche Black Metal-Nummer im Stile von frühen Aaskereia, würde ich mal meinen. Dies ist auch einer der ersten Songs, die ich geschrieben habe. Auch hier ist unklar, wann es erscheinen wird.

Gibt es neben dem kommenden Album noch weitere Projekte, an denen du mit "Mosaic" arbeitest?

Ja gibt es tatsächlich. Seit einigen Jahren arbeite ich an einer reinen Akustik-Veröffentlichung namens "The Muted Songs", welche nun auch recht spontan veröffentlicht wird, wenn auch in äußerst limitierter Fassung von vorerst 15 Stück mit Widmung – die für die wichtigsten Personen im Mosaic Umkreis sind. Diese Veröffentlichung enthält alle möglichen Akustik-Aufnahmen der letzten Jahre. Einige davon habe ich 2011 für meine Mutter aufgenommen, andere sind rohe Voraufnahmen von Songs, die dann auf kommenden Veröffentlichungen zu hören sein werden. Wie bereits erwähnt, wurde ein Lieder-Zyklus aus "OTFO" herausgelöst und wird separat erscheinen. Einer der Hauptgründe ihn herauszulösen war die Spielzeit. Ich setzte zunächst 20 Minuten für diesen an, merkte aber bald, dass dies nicht reichen wird. Mittlerweile bin ich bei knapp 30 Minuten angelangt und bin äußerst zufrieden damit, dem Lieder-Zyklus mehr Raum eingeräumt zu haben. Der Zyklus trägt den Titel "Daz Wazzerpfaerd" und beschreibt zunächst einen See, in dem das alte mythologische Wesen ruht (schottisch "Kelpie" genannt). Es folgt eine weitere Umreißung der Begebenheit in dem Song "Salt and Rain". Danach taucht ein Wanderer auf, der, bzw. dessen Wesen in einen separaten Song vorgestellt wird. Der Wanderer ist innerlich schon recht zerrissen, ich denke dabei an eine ähnliche Leidensfigur wie die des Werthers von Goethe. Das Anliegen des Wanderers ist, schlicht und einfach, über den See zu kommen. Daraufhin erscheint ihm das Wasserpferd, welches ihm über das Wasser helfen will. In "Red Winter Dawn" wird dabei noch mal die Szenerie grob umschrieben. Der Wanderer sitzt auf, sieht den roten Mond, erahnt nichts Gutes und im gleichen Moment zieht ihn das Pferd in die Tiefen der See und in sein Verderben. Geschlossen wird das ganze mit dem Song "Daz Wazzerpfaerd", welches nochmal eine reine Akustik-Nummer ist und das Wesen des Pferds allgemein widerspiegeln soll.

Das Konzept des Projektes dreht sich wohl um unterschiedlichste metaphysische Bereiche. Magie, Mythologie und Surrealismus sind oberflächliche Begriffe, die ich mit "Mosaic" assoziiere. Kannst du ein wenig konkreter auf die Grundlagen deiner Texte und Ideen eingehen?

Ja, schwierig, und ungerne beleuchte ich den tieferen Sinn hinter meinen Texten. Wie ich vorhin erzählt habe, spiegeln sie meine Eindrücke der Welt wieder. Ich verpacke das Ganze oft sehr Chiffren-artig und mit vielen Metaphern. Ich versuche, auch wenn es sich um deutsche Texte handelt, diesen einen gewissen alten Charme zu geben. Wie auch in der deutschen Romantik spielen dabei die alten Götter natürlich eine große Rolle. Ich denke allgemein sind Mythologie, Sagen, Legenden, Erzählungen und Geschichten der absolute Haupteinfluss von Mosaic. Magie steht hier nicht für die praktizierende Magick, sondern eher, wie es Normalsterbliche sehen und verstehen. Surreal wird es, da ich dadurch eine eigene Welt zum Leben erwecke, die unsere Welt total verzerrt wiedergibt oder wie ich sie gern hätte bzw. sehe. Manchmal ist unsere heutige Welt aber schon total verzerrt, sodass man "Sur" oft streichen könnte... traurig.

Existieren Pläne, "Mosaic" auch live umzusetzen? Ich kann mir Vorstellen, dass ein derartiges Unterfangen aufgrund der breiten Instrumentalisierungen und den verschiedenen Genres, in denen du agierst, eher schwierig ist.

Ja, die gibt es tatsächlich, ein Line-Up steht auch bereits. Jedoch werden nur sehr wenige Shows gespielt werden, da die Mannen quer über Deutschland verteilt leben. Die Live-Besetzung besteht momentan aus drei Gitarren, einen Bass, Schlagzeug, sowie einem Sample/Keyboard-Mann.

Nun wären wir am Ende des Interviews angelangt. Sofern es noch etwas gibt, das im Interview nicht erläutert wurde, kannst du es an dieser Stelle loswerden. Ansonsten bedanke ich mich für deine Zeit und wünsche dir alles Gute für die Zukunft.

Nur als kurzen Hinweis: Im Oktober werden wir das NekroWerk Studio in Nordhausen heimsuchen und die EP einspielen, sowie einen Teil des Albums. Eine zweite Session wird im Frühjahr 2014 stattfinden. Somit wird 2014 einiges von Mosaic erscheinen. Weitere Infos dazu erhält man auf meiner FB-Seite: www.facebook.com/mosaicofthefallenone Ich bedanke mich bei dir - für dieses herrliche Interview! Bewegung entsteht durch Haltung. (JR) I.K.