Ich grüße dich, Franta! Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Da Master's Hammer einer meiner persönlichen Lieblingsbands ist und ich euer aktuelles Album Vagus Vetus wirklich gerne mochte, freue ich mich ganz besonders über diese Möglichkeit. Das Album ist erneut ein wirklich außergewöhnliches, einzigartiges Werk, wie es nur von Freigeistern und passionierten Künstlern gemacht werden kann, doch lass uns später darauf zurückkommen. Du hast häufig betont, dass du Master's Hammer nicht als Band auffasst. Entspricht dies immer noch deiner Meinung? Und könntest du die aktuelle Stimmung zwischen den Mitgliedern beschreiben? Wie fühlt es sich derzeitig an, Musik unter dem Namen Master's Hammer zu machen?

Grüß dich, keine Ursache. Eine "Band" setzt Live-Aktivitäten voraus, während wir als Individuen uns gegenseitig die Tracks über das Internet zukommen lassen. Das könnte man wohl am ehesten als "Projekt" bezeichnen. Die Stimmung zwischen den Mitgliedern ist sehr freundschaftlich, worüber ich sehr glücklich bin. Wir sehen uns nicht sehr oft, was eventuelle Unstimmigkeiten verhindert. Das gute an der Sache sind der gegenwärtige Enthusiasmus und die Frische (vorausgesetzt, dass es sowas in unserem fortgeschrittenen Alter überhaupt gibt). Zudem habe ich gelernt, dass Master's Hammer nicht alleine meine Schöpfung ist. Es wurde über die Jahre durch Fans und Journalisten aufgezogen und am Leben gehalten. Dass wir manchmal als "Legenden" bezeichnet werden, bringt eine gewisse Verantwortung und Würde gegenüber dem "Kult" mit, dem ich aber mit Bedauern nicht gerecht werden kann. Ich bin eher gut darin, Idole und vorgefertigte Meinungen zu verachten. Ich freue mich allerdings schon über Sympathie meiner Kollegen. Wir sind stets eher für Groteskes als für Ruhmhaftes zu haben.

Ich bin mir sicher, dass deine Definition von Master's Hammer es dir erlaubt, komplett frei und ohne Limitationen zu arbeiten. Nicht nur, dass ihr eure Musik über euer eigenes Label Jihosound Records veröffentlicht. Master's Hammer scheint heute komplett autonom agieren zu können. Sicherlich war es nicht ganz einfach, zu diesem Punkt zu kommen. Funktioniert Master's Hammer nur unter solchen Umständen und magst du die nötigen Schritte beschreiben, die nötig waren, um dies zu erreichen?

Dem ersten Satz würde ich gerne widersprechen: Es gibt immer irgendwelche Limitationen, sogar für jene, die von allen Verpflichtungen befreit sind. Da wäre zunächst die Tatsache, dass einige von uns kein Instrument ernsthaft spielen können. Fangen wir (natürlich) bei mir an: Die Songs müssen geschickt komponiert und arrangiert werden, damit niemand unsere Inkompetenz bemerkt. In diesem Anliegen ist der Computer auch eine große Hilfe. Zweitens: In einem Zeitraum von fünf Jahren sollte man nicht mehr als drei Veröffentlichungen herausbringen, ansonsten vergessen uns die Leute und verlieren das Interesse an neuen Veröffentlichungen. Je länger die Pausen zwischen den Veröffentlichungen sind, desto besser. Das ist für mich eine Beschränkung. Die Idee hinter Jihosound Records war relativ simpel: Meine Frau arbeitet gerne als Administratorin und verwaltet den E-Shop. Ich weiß ihre Mühen wirklich zu schätzen, zumal sie zwischen dem Verpacken von unseren Veröffentlichungen noch Zeit dafür findet, Shirts für mich zu nähen. Das Jihosound Studio existiert bereits seit 2008, daher auch der Name. ("Jiho" bedeutet auf Tschechisch, dass etwas im Süden liegt und unser Studio befindet sich im südlichen Böhmen).

Wenn man nach Bands sucht, die eine ähnliche Herangehensweise wie ihr habt, muss man vermutlich außerhalb der Metal-Szene suchen. Auf der anderen Seite, oder vielleicht gerade deswegen ist das Genre von einer seltsamen, anziehenden Aura umgeben. Wo siehst du Master's Hammer in der heutigen Musiklandschaft? Fühlst du dich einem bestimmten Genre oder einer Hörerschaft zugehörig?

Ich begreife mich als ein exotisches Tier und Metal ist nur der stinkende Affenkäfig in dem Zoo, in dem wir leben. Die Leute sind kindisch und neugierig darüber, was dieser Haufen Scheiße ist. Selbst Menschen, die niemals Metal gehört haben, akzeptieren uns. Aber frag mich nicht warum, ich weiß es nicht. Dasselbe gilt auch für mich, wenn ich andere Formen von Musik höre. Heute (am 16. November) war eine lokale Western-Bluegrass-Band in meinem Studio und sie waren bei den Aufnahmen ihres Demos fantastisch. Und natürlich sind sie sich auch meiner Musik bewusst.

Master's Hammer wurde im Jahr 1987 gegründet, richtig? Welche Emotionen, Ereignisse und Bilder kommen dir in den Sinn, wenn du an eure Anfangstage denkst?

Korrekt. Am Anfang wollten wir einfach nur die Menschheit vom Planeten ausradieren und ein Königreich der dunklen Leere erschaffen. Die Zeit ist schuld daran, dass wir uns nach und nach auch für andere Dinge wie Bier, Frauen und Marihuana interessierten. Im wahren Leben fand ich einen Job als Grafik-Designer, da ich von der Musik nicht leben konnte, aber sie war schon immer mein Rückzugsort, in dem ich frei sein kann. Das gilt auch heute noch. Ich bin nicht nostalgisch oder sentimental, aber wenn ich Kassetten mit Xeroxed-Cover sehe, erinnere ich mich immer an den Gestank unseres dreckigen Proberaums und an die wenigen Gigs, die wir absolvierten, an die Aftershow-Parties, aber in erster Linie an den Geruch der Freiheit. Das ist ziemlich emotional.

Im letzten Jahr habt ihr die Compilation Demos. veröffentlicht, welche eure ersten Aufnahmen und Tape-Veröffentlichungen umfasst. Während viele Bands ihre Wurzeln ignorieren oder sogar leugnen, scheint dies bei euch offensichtlich nicht der Fall zu sein. Sind die Songs für dich ein nostalgischer Ausflug oder steckt mehr dahinter?

Natürlich hasse ich diese Aufnahmen. Aber sie verkaufen sich gut. Frag mich nicht, warum.

Kannst du ein paar Worte über die Tape-Version von Jilemnický Okultista verlieren, welche derzeit im Jihosound-Shop verkauft wird?

Bei den Covern handelt es sich um den Originalen Offsetdruck, ich habe noch restliche Exemplare in einem verstaubten Pappkarton gefunden, aber das Tape an sich ist, natürlich mit dem originalen Master, neu gemacht. Ich mag Jilemnický Okultista, einige Songs klingen auf dem Demo sogar ein wenig besser als auf dem Album, dessen Sound wirklich beschissen ist. Ich träume davon, irgendwann mal die Zeit zu haben, das Material in besserer Qualität und mit einem Live-Drummer neu aufzunehmen.

Ich würde nun gerne über das Album Mantras reden, welches 2009 veröffentlicht worden ist und euer erstes Full-Length-Album seit 1995 war. Nach eurer Reunion war dies sicherlich ein lang erwarteter Moment für eure Fans. Glaubst du, dass ihr die damaligen Erwartungshaltungen der Hörer erfüllen konntet? Und was assoziierst du persönlich mit Mantras?


Eine wundervolle Studio-Session hier in meiner Hütte. Wir hatten eine wirklich schöne Zeit, haben Musik gehört, komponiert, musiziert, getrunken, gegessen, geraucht, du kannst das Resultat ja hören. Es ist eine Momentaufnahme guter Zeiten. Ich bin allen Musikern sehr dankbar und werde nie die Atmosphäre hier in Domanín vergessen. Ich danke euch allen, Gott segne euch! Ich liebe auch das Cover, welches von Martin Vrana gemalt wurde. Es erzählt die ganze Geschichte: "Arrrrrgh" - ein schreiender Schädel. Ach ja, was für eine Zeit, wir haben eine Woche zusammen gewohnt; und heute schicken wir uns unsere dreckigen Tracks über das Internet...

Kommen wir zu eurem aktuellen Album Vagus Vetus, welches in der Mitte dieses Jahres veröffentlicht worden ist. Warum habt ihr einen lateinischen Titel für das Album gewählt? Da ich mich ein wenig mit der Sprache auseinandergesetzt habe, weiß ich, dass es mehrere mögliche Übersetzungen gibt. Dabei spricht ihr in eurem Promo-Text von einem fiktiven, alten Wanderer:

"An imaginary old wanderer (vagus vetus) squeezes through an alien labyrinth and nothing good is expecting him. Disgusted by progress and modernity of all kinds, he enjoys listening to aeolian harps and sounds of postmortal flatulence. He finds his consolation in hedonic experiences of natural origin."

Nun spreche ich (und vermutlich auch die meisten Leser) nicht tschechisch, daher würde es mich interessieren, ob Vagus Vetus vielleicht sogar ein Konzept-Album ist, welches die Odyssee des erwähnten Wanderers beschreibt, oder ist er nur eine ikonische Figur, die Master's Hammer und vielleicht auch euch als Privatpersonen oder Künstler symbolisiert?

Das stimmt. Aber um ein Konzept handelt es sich nicht wirklich, es gibt keine Verbindung zwischen den Songs in Bezug auf eine übergeordnete Story, es ist eher ein Sammelband von Metaphern. Die Hälfte des Albums wurde in Goa (einem indischen Bundesstaat - Anm. d. Verf.) geschrieben, was eine wahre Quelle der Inspiration war, wie du dir sicher vorstellen kannst. Ich hatte bereits vorher zwei Songs in Tamil Nadu (erneut irgendwo in Indien - Anm. d. Verf.) geschrieben, aber diese waren zu undurchsichtig und kompliziert, als dass sie zu dieser eher sarkastischen Veröffentlichung gepasst hätten. Goa ist wie ein freudiger Zirkus, was eher zu mir passt. Abgesehen davon sind auch einige lokalere Elemente auf dem Album zu finden: Der letzte Song ist beispielsweise eine modifizierte Version eines traditionellen tschechischen Folk-Songs. Eigentlich mag ich ja keinen Folk, folglich handelt es sich hierbei eher um eine Parodie. Ich liebe die Natur, das ganze Konzept handelt über die Schäden, die die menschlichen Zivilisationen angerichtet haben, und ich liebe alles Organische: Nicht nur Veg Masala, Bhaji oder Charras, sondern auch das Spirituelle. Für all jene, die nicht meine Sprache spreche: Online-Übersetzer spucken unerwartet surrealistische Resultate aus! Der lateinische Titel ist für eine Band, die in einer exotischen Sprache singt, in Ordnung (egal, welche Übersetzung man sich aussucht). Ein englischer Titel wäre lächerlich gewesen und ein tschechischer wäre nicht einprägsam genug.

Ich gehe mal davon aus, dass das Cover-Artwork diese Figur repräsentiert. Ich liebe das surrealistische, aber gleichzeitig nostalgische Aussehen. Kannst du ein paar Worte über die Herkunft des Motives verlieren?

Ich muss gestehen, dass ich während des Mixings andere Titel im Kopf hatte, zum Beispiel "Aeolian Harps" und "Nengemengelengem", aber am Ende habe ich das Cover designt und erst das hat mich auf den jetzigen Titel gebracht. Vagus Vetus gewann die Abstimmung dank Necrococks Stimme und er war glücklich darüber, dass unser altes Logo weg ist. Die Figur repräsentiert mich, natürlich nicht sehr wirklichkeitsgetreu, ich kann nicht zeichnen. Eigentlich ist die Figur sogar schöner als ich. Zudem sind die wurzelförmigen Beine, die flügelhaften Kopfhörer, der Gehstock und der Hut wichtige Elemente. Alles kommt mit der Musik zusammen.

Würdest du den Antagonismus zwischen Moderne und Konservativität, den man als fundamentalen Bestandteil des modernen Lebens auffassen könnte, auch als wichtigen Aspekt im derzeitigen Schaffen von Master's Hammer bezeichnen? Man könnte vielleicht auch sagen, dass der Kontrast zwischen dem bodenständigen Metal und den progressiven/elektronischen Klängen ein Ausdruck dieses Phänomens ist, was ich als prägnantes Charakteristikum von Vagus Vetus verstehe.

Sonderbarerweise bin ich gerade in diesem Moment in ein elektronisches Projekt involviert. Ich liebe die Freiheit der Sounds, während man als klassische Rock/Metal-Band durch banale Töne limitiert ist, die ich einfach nicht mehr ertrage. Wie dem auch sei, ich bin zu modern, um zu konservieren. Und vice versa. In der Kunst gibt es keinen Kampf zwischen Moderne und Kon­ser­va­ti­vi­tät, das ist nur Fiktion. Das ändert allerdings nicht meine Sicht auf zeitgenössische (moderne) Architektur. Sie verursacht ernsthafte und irreversible Schäden, beispielsweise an Stränden.

Würdest du Vagus Vetus als ein experimentelles, progressives oder sogar avantgardistisches Werk beschreiben, oder ist es nur die natürliche Darstellung eurer Interpretation des extremen Metals? Und glaubst du, dass sich Vagus Vetus durch irgendetwas von euren anderen Alben unterscheidet?

Seit der Veröffentlichung des Albums Šlágry im Jahr 1995 kennzeichnen wir uns nicht mit Begriffen wie experimentell / traditionell oder extrem. Wir können nicht einmal sagen, was diese Begriffe für uns bedeuten. Vagus Vetus ist einfach alles inklusive einer gewissen Portion Spaß, wie immer. Bezüglich des Themas "Progressivität": Ich werde oft dafür kritisiert, dass meine Riffs nicht innovativ oder progressiv genug sind. Ich bin mir aber nicht sicher, was passieren würde, wenn ich mich darauf konzentrieren würde, und ich bezweifle auch, dass das überhaupt wichtig ist. Es gibt erfolgreiche Bands, deren neues Material sich nicht großartig von dem unterscheidet, was sie vor 30 Jahren gemacht haben. Worum geht's hierbei also? Ich habe Angst davor, absichtlich progressiv zu sein, ich wäre nicht mehr produktiv. Dasselbe gilt der Tradition. Vergesst alte Modelle. Das ist wirklich einfach, schließlich kann ich mich heute an nichts erinnern.

Natürlich hat sich eure Musik mit der Zeit geändert und jedes Album klingt anders. Dennoch gibt es etwas sehr Charakteristisches, Einzigartiges in der Musik von Master's Hammer und ich bin mir sicher, dass es sich hierbei nicht nur um die tschechischen Texte handelt. Vielleicht ist dies auch nur ein subjektiver Eindruck, aber kannst du diesen Gedanken in Bezug auf eure Diskografie nachvollziehen? Welche Attribute machen eure Musik deiner Meinung nach aus?

Der Wiedererkennungswert unserer Musik ist auf mein gealtertes und gereiftes "Arrgh" und Necrococks süße (pardon: kranke) Harmonien zurückzuführen. Das ist unser dialektische-metaprogressives Modell. Konsequenterweise beruht das Sound-Design auf dieser bipolaren Interaktion. Die anderen Instrumente findet man dabei eher im Hintergrund. Wir können die Gitarren nicht zu sehr hervorheben, da sie schlecht gespielt sind, und auch nicht den Bass oder das Schlagzeug, da beide digital umgesetzt werden. Es wäre schön, ein Album zu produzieren, welches keine Instrumente beinhaltet, die wir nicht spielen können. Stell dir nur mich, Necrocock, ein paar träge Gitarren und vulgäre Synths vor... Kein Schlagzeug, kein Bass. Schöne Dinge müssen durch den Mix hervorgehoben und Mangelhaftes abgeschwächt werden. Das ist gar nicht mal so außergewöhnlich. Bands mit schlechten Texten singen ja auch häufig unverständlich. Mein Traum ist es, ein wunderschönes Album zu produzieren, auf dem unsere kontrastiven Naturen gleichermaßen hervorgehoben werden. Ein derartig ausbalanciertes Album hätte einen hohen Wiederhörwert und könnte ohne ganz ruhig und ohne Fluktuationen abgespielt werden.

Es scheint, dass Themen wie Satanismus, das Okkulte und schwarze Magie keinen Einfluss mehr auf eure Musik haben. Diese wurden durch authentische, persönliche und manchmal kryptische Geschichten ersetzt. Ich schätze, dass dies die Auswirkung eures Erwachsenwerdens ist, oder interessiert ihr euch noch immer für solche Themen?

Natürlich, dasselbe gilt für andere Künstler, die in ihren jungen Jahren vom Satanismus inspiriert waren. Übrigens hasste ich früher den Buddhismus, aber seitdem diese Religion meinen besten Freund vor sich selbst gerettet hat, war ich neugierig. In Bihar (Bodh-Gaya) gibt es einen Tempel, in dem Buddhisten ihre Erleuchtung erfahren, bla, blah... Du weißt schon. Ich war kurz vor Mantras dort und habe nichts außer bescheuerte Betonbauten und Pilger gesehen - nichts für mich. Aber das Buch "Diamond Sutra" hat mir eine andere Sichtweise eröffnet. Demzufolge sollte man sich nicht zu sehr auf seine Impressionen verlassen! Das gilt für jede Religion. Um auf deine Frage zurückzukommen: Erwachsenwerden ist keine Garantie dafür, Weisheit zu erlangen. Es öffnet lediglich neue Horizonte. Was man daraus macht, ist jedem selbst überlassen.

Die Verwendung eurer Muttersprache ist eine konstante Verbindung zur tschechischen Kultur. Gibt es andere Aspekte eures Heimatlandes, die euch beim Musizieren inspirieren?

Ja, wir sind tschechische Nationalisten! Gut, eigentlich ist es eher so, dass ich nicht auf Englisch schreiben/singen kann... Außerdem gibt es einige Slang-Ausdrücke und historische Ausdrücke, die ich liebe, schließlich liegen hier meine Wurzen - nichtsdestotrotz habe ich meine eigene Geschichte. Die englischsprachige Welt ist zweifelsohne viel größer, aber ich fühle die Sprache einfach nicht, auch nicht, wenn ich sie perfekt lernen würde. (Die chinesischsprachige Welt ist übrigens auch ziemlich groß. Und von den spanischsprachigen Ländern möchte ich erst gar nicht anfangen, da gibt es ja noch mehr...)

Es gibt einige alte Extreme Metal-Bands, die eine seltsame Verbindung zur elektronischen Musik haben. Man muss nur einen Blick auf die Diskografie von Beherit werfen und es ist kein Geheimnis, dass auch Fenriz eine Leidenschaft für Electronica hat. Kannst du uns deine persönliche Verbindung zur elektronischen Musik erläutern?

Hat er die? Das muss ich hören! Ein weiterer Abtrünniger, willkommen im Club! Wie ich bereits sagte, gibt dir das Konzept elektronischer Musik viel mehr Freiraum: Man kann nicht nur alle Sounds verwenden, sobald die MIDI-Komposition fertig ist, die man möchte, sondern auch Tempo, Arrangements und Längen ändern. Was immer man eben möchte. Ich liebe elektronische Musik, die alten Sachen von Kraftwerk, Lola Angst, Yello, Laibach, um nur ein paar der Bekannteren zu nennen. Die Drums auf Jilemnický Okultista klingen dennoch furchtbar, keine Frage.

Ihr habt in diesem Jahr auch eine Split-7" mit der Band Blackosh veröffentlicht. Denkst du, dass dieses Format in Bezug auf die Musik von Master's Hammer funktioniert? Generell mag ich 7"-Veröffentlichungen, weil die Musiker wissen, dass sie nur wenige Minuten haben, um ihre Ideen und Gedanken prägnant zu präsentieren.

Wir sind seit langer Zeit mit Blackosh befreundet. Es ist keine Überraschung, dass wir manchmal verrückte Ideen haben. Jede 7" ist sehr speziell, ich hoffe, dass wir noch ein paar mehr machen können. Das macht immer Spaß und natürlich zwingt die Zeitlimitation Musiker dazu, kurze aber dennoch ausgereifte Songs zu machen. Es ist eine nette Abwechslung, wenn man parallel an vollwertigen Alben arbeitet, unabhängig davon, ob wir erweiterte Version aus promotechnischen Gründen oder übrig gebliebenes Material, das während des Komponierens unter dem Tisch gefallen ist, verwenden.

Wie würdest du den Song "Pod vrstvou prachu" der genannten Split-Veröffentlichung in wenigen Worten beschreiben?

Das Lied handelt von zwei Personen, die ich niemals persönlich getroffen habe. Ich fand von beiden Briefe in meinem Archiv: Einen von Euronymous und einen von Count Grisgnack. Beide lagen verborgen in einem Pappkarton, überzogen von Staub - was für ein metaphorischer Fund.

Was ist deiner Meinung nach der beste Weg und das beste Format, um die Musik von Master's Hammer genießen zu können?

Natürlich Vinyl. An einem Strand in Indien.

Das mag eine ungewöhnliche und schwer zu beantwortende Frage sein, aber was sind deine Gründe dafür, Musik oder Kunst im Allgemeinen zu machen? Es ist für mich immer interessant, unterschiedliche Antworten von unterschiedlichen Künstlern zu hören. Dabei haben natürlich biografische, kulturelle und akademische Hintergründe einen großen Einfluss auf die Beantwortung der Frage.

Ich muss es einfach. Frag mich nicht, warum. Vielleicht würde ich ohne Kreativität sterben.

Franta, vielen Dank für deine Zeit und Mühe. Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft. Da ich kein Fan von letzten Worten bin, möchte ich dich bitten, das Interview mit einem Zitat zu beenden, das dich inspiriert.

"This world is but a canvas to our imagination." – Henry David Thoreau