Hallo und beste Grüße nach Bonn an die Zeitgeister-Zentrale! Nachdem wir bereits 2009 nach der Veröffentlichung von "Merkur" und 2011 anlässlich eures letzten Albums "The Old Chamber" Interviews mit einem gewissen Aktualitätsbezug hatten, soll dieses Gespräch eine Retrospektive sein, denn euer Debüt-Album "Our Journey Through The Woods" wurde vor zehn Jahren veröffentlicht und "Klabautamann" haben sich vor 15 Jahren gegründet. Zwei Jubiläen in einem Jahr, da ist ein wenig Nostalgie wohl Pflicht. Wurde das Bestehen denn auch in einem angemessenen Rahmen gefeiert?

Flo: Nein, überhaupt nicht! Wir haben beide so viel um die Ohren, dass wir froh sind, wenn wir uns überhaupt einmal im Monat treffen können. Und dann arbeiten wir lieber an dem neuen Album weiter, als zu feiern. Ist uns auch eher so nebenbei aufgefallen: huch, ist ja auch schon wieder 10 Jahre her! Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit... insofern haben wir uns jetzt erst mal nur um die Fans gekümmert Album kostenlos zum Download angeboten, CD zum halben Preis, Fotos aus der Zeit hochgeladen, solche Sachen. Wir lassen uns dann einfach feiern, haha! Bisher haben schon ein paar hundert Leute das Album von unserer Bandcamp-Seite runter geladen, und uns freut es sehr, dass die Leute sich auch nach immerhin 10 Jahren noch dafür interessieren. Danke!

Um chronologisch korrekt vorzugehen, würde ich als erstes gerne mit euch über das 15-jährige Bestehen von "Klabautamann" reden. Nicht viele Bands bleiben so lange aktiv, und das auch noch ohne Änderungen der Stammbesetzung. Entsprechend wird "Klabautamann" wohl zu einer Konstante in euren Leben geworden sein. Was für einen persönlichen Stellenwert hat die Gruppe für euch? Und wie kommt es, dass sie über eine derart lange Zeit beständig geblieben ist?

Tim: Für mich hat "Klabautamann" einen hohen Stellenwert! Ich verfolge auch andere musikalische Projekte, die mir alle auf ihre Art gefallen, aber "Klabautamann" ist etwas Besonderes. Ich glaube, es liegt an der Art und Weise wie Flo und ich daran arbeiten. Wir haben sehr ähnliche Vorstellungen was unseren Qualitätsanspruch angeht und haben über die Jahre einen Weg gefunden, sehr effektiv zu komponieren und aufzunehmen, ohne dabei den Spaß aus den Augen zu verlieren. Es gibt noch einen Grund, warum mir "Klabautamann" wichtig ist die gemeinsamen Sessions helfen mir den Kontakt zu Flo zu halten, was ansonsten wegen unserer beider voller Terminkalender nicht so einfach ist...
Flo: Ja, sehe ich auch so. Außerdem waren die ersten Jahre absolut prägend. Nachdem wir "Klabautamann" gestartet haben, habe ich auch die nächsten 5 Jahre nichts ernsthaftes anderes an Musik gemacht. Von daher bin ich in meiner Herangehensweise was Komponieren und Aufnehmen angeht, sehr durch diese ersten Jahre beeinflusst. Dass das alles auch ganz anders geht, habe ich erst gelernt, als wir mit "Island" angefangen haben. Nach 15 Jahren Erfahrung hat man dann einiges gesehen und gelernt und ich finde es sehr spannend, wie man sich entwickelt was von früher bleibt, aber auch was man hinterfragt und lernt, anders zu machen. Von wegen früher war alles besser: Was "Klabautamann" angeht habe ich das Gefühl, dass wir uns persönlich und musikalisch immer weiter entwickeln, und zwar nicht zum Schlechten!

In der Geschichte von "Klabautamann" gab es Phasen, in denen ihr sehr produktiv gewesen seid. So habt ihr eure letzten beiden Alben in einem eher kleinen Zeitrahmen veröffentlicht. Im Gegensatz dazu habt ihr zwischen den Jahren 2005 und 2009 nur eine EP mit zwei Songs publiziert. Gibt es spezielle Gründe oder Motivationsfaktoren, die euch zum Schreiben für "Klabautamann"-Songs bewegen?

Flo: Ach ich weiß nicht, so speziell könnte ich das gar nicht sagen. Gibt Phasen, da ergibt sich das einfach von alleine, und dann läuft es, zu anderen Zeiten geht wieder gar nichts. Hängt sicher auch von der Zeit ab die mir im Moment zum Beispiel total fehlt. Als Student hat man zum Beispiel deutlich mehr Zeit, als wenn man arbeitet, oder noch besser, arbeitet, studiert und Musik macht...
Tim: Ich würde auch sagen, dass die Zeit vermutlich hauptsächlich der limitierende Faktor ist. Genug Songs gibt es eigentlich immer!

War die Gründung von "Klabautamann" euer erster Versuch, Musik in einem derartigen Rahmen zu produzieren oder wart ihr bereits vorher in anderen Gruppen oder Solo-Projekten aktiv?

Flo: Es gab auch vorher schon erste Gehversuche, für mich war das aber definitiv die erste Geschichte im Metal-Bereich. Am Anfang war das aber eher als Witz gedacht, gab da ein lokales Bandsampler-Projekt, das diente uns als Gelegenheit, mal ne schäbige Black Metal-Band zu erfinden. Der Text von unserem ersten Lied sind die Zutaten für einen schwedischen Softdrink...

Hat sich eure Ansicht über "Klabautamann" und dessen musikalischen Schaffen im Laufe der Jahre verändert? Wie hättet ihr vor 15 Jahren geantwortet, wenn euch jemand fragen würde was ihr denn für Musik spielt und was würdet ihr heute auf die Frage antworten?

Flo: Ich bin grundsätzlich nie motiviert Leuten zu "erklären", was wir für Musik spielen. Schon gar nicht in Zeiten des Internets, wo die nächste Hörprobe zwei Klicks entfernt ist! Aber wenn es denn sein muss: zu "Journey..."-Zeiten hätte ich das wohl als Mischung aus "Enslaved", "Opeth" und "Ulver" bezeichnet, klingt ja auch gut sich mit so dicken Bands zu vergleichen, haha! Heute: keine Ahnung. Black Metal plus X... Sobald man seinen eigenen Stil gefunden hat, wird das mit den Vergleichen schwieriger.

Wäre es für euch denkbar gewesen, "Klabautamann" weiter zu führen, falls einer beispielsweise das Interesse an der Musik verliert und das Ganze als Solo-Projekt weitergeführt werden müsste, oder wenn ihr eure musikalischen Wurzeln komplett verlassen hättet? Was sind die Bedingungen für das Bestehen von "Klabautamann"?

Flo: Für mich ist und war das schon immer ausgeschlossen. Das ist ein Ding, was Tim und ich zusammen machen. Man braucht ja ein paar Konstanten im Leben, gell? Bedingung ist für mich, dass wir uns beide wohl fühlen mit dem, was wir da machen. Wenn die Zeit knapp und kostbar ist sollte man sie nicht damit verschwenden, sich in seiner Freizeit mit irgendwas rum zu quälen!
Tim: Seh' ich auch so! Und wer ein Soloprojekt machen will, denkt sich 'nen neuen Namen aus.

Gab es bestimmte prägnante Momente in der Geschichte von "Klabautamann", bei denen ihr gemerkt habt, dass eure Musik, ob bewusst oder unbewusst, einen anderen Weg eingeschlagen hat, den ihr so vorher nicht erwartet habt?

Flo: Ja, ich würde sagen, dass das bei "Merkur" passiert ist. Ich hätte nie gedacht, dass auf einmal so jazzige Elemente bei uns auftauchen. Umso schöner die Überraschung, das hat dem Album sehr gut getan und uns gezeigt, dass ALLES geht. Kam auch ganz gut an, glaube ich...
Tim: Und dann "The Old Chamber" - wo wir sämtliche Neuerungen wieder verworfen haben, haha! Bin gespannt, was bei dem neuen Album raus kommt!

Ein gewisses Maß an Naturromantik war wohl immer ein fester Bestandteil eurer Musik. Wie hat sich euer Verhältnis zur Umwelt im Laufe der Jahre verändert und hat sich das auch in der Musik gezeigt?

Flo: Früher waren wir noch sehr von den oben genannten Bands beeinflusst und viel mehr auf dem Black Metal-Film. Sind oft in den Wald gegangen, da bestand schon ein sehr starker Bezug. Mittlerweile ist die Zeit knapp und ich bin fast nie richtig in der Natur. Ziemlich ätzend... bin aber ganz froh, dass wir 10 Jahre später nicht immer noch musikalisch und konzeptionell so stark in dieser Schiene stecken. Gibt obwohl das super ist - auch andere interessante und lohnenswerte Sachen, als nachts in den Wald zu gehen, haha!
Tim: Ich bin nach wie vor auf dem Naturtrip hängengeblieben. Ich gehe mehrmals pro Jahr wandern und verbringe viel Zeit beim Forellenfangen an der Sieg!

In den ersten drei Jahren eurer Geschichte habt ihr zwei Demos mit den klangvollen Namen "Opus Obscoenum Infernalis" und "Gott Schenkt Gift" veröffentlicht. Die äußere Präsentation der Demos zeugt davon, dass das Debüt-Album der eigentliche erste Schritt auf den Weg von "Klabautamann" gewesen ist. Haben die Demos für euch dennoch eine gewisse Relevanz und wie würdet ihr sie selber in Relation zu eurer übrigen Diskografie einordnen? Kann man sich vielleicht sogar einen Re-Release erhoffen?

Flo: Die sind sicher relevant. Haben viel ausprobiert, und gerade das zweite Demo finde ich durchaus gelungen (wenn man mal vom Drumcomputer absieht). Stecken natürlich auch viele Erinnerungen drin. Vielleicht werden die irgendwann noch mal veröffentlicht, aber auf der Prioritätenliste steht das nicht an erster Stelle. Wer sich dafür interessiert, findet die bestimmt irgendwo im Netz. Vielleicht lade ich sie auch einfach mal bei YouTube hoch...

Kommen wir zum zehnjährigen Jubiläum eures Debüt-Albums "Our Journey Through The Woods", wegen dem ihr ja auch ein paar spezielle Angebote vorbereitet habt. Wollt ihr dieses vielleicht kurz vorstellen?

Tim: Man kann sich bei Bandcamp aktuell kostenlos die "Journey" runterladen!
Flo: Genau, dann steht das Teil auch noch komplett bei YouTube drin und den CD-Preis haben wir halbiert (sorry, die können wir nicht verschenken).

Dass ihr das Jubiläum derartig zelebriert, lässt darauf schließen, dass es immer noch eine relevante emotionale Verbindung zu dem Album gibt. Was bedeutet euch die Scheibe heute?

Flo: Das ist eben das erste "richtige" Album, was wir veröffentlicht haben. Da war alles noch neu und spannend... mixen in einem professionellen Studio (bei Armin Rave, mit dem wir immer noch arbeiten), CD pressen, was da auch alles schief gehen kann... Ich denke, für ein Debüt ist es sehr gut gelungen, die Songs gefallen mir auch heute noch sehr gut. War eine gute Grundlage für alles, was danach gekommen ist! Die emotionale Verbindung zu der Musik und der Zeit sitzt tief und bleibt immer besteht, auch wenn ich mich jetzt nicht ständig damit beschäftige.

Mit "Der Nöck" und "Rabenmorgen" sind zumindest zwei meiner favorisierten "Klabautamann"-Tracks enthalten und generell wirkt die Scheibe für ein Debüt sehr ausgereift und durchdacht.

Flo: Genau, sehe ich auch so. "Rabenmorgen" finde ich auch großartig. Hat Tim quasi im Alleingang geschrieben, genau wie "Der Nöck". Ich glaube sogar, dass die beide ursprünglich für seine andere damalige Band "Wadgelmir" gedacht waren, und irgendwie sind die dann in unseren Fundus gelangt...
Tim: Stimmt, zumindest "Rabenmorgen" war mal für "Wadgelmir" gedacht, genau wie "Spring Morning Sun" was einer meiner heimlichen Favoriten des Albums ist.

Wie würdet ihr den Charakter des Albums beschreiben? Gab es ein bestimmtes Konzept oder eine ursprüngliche Idee, die euch bei dem Schreiben der Scheibe begleitet haben?

Tim: Nö, gab kein Konzept. Wir haben an anderer Stelle uns schon mal mit Konzepten probiert, aber es ist dann doch immer was anderes herausgekommen. Die Musik geht ihren eigenen Weg und einem selbst bleibt nichts anderes übrig, als ihr zu folgen!

Könnt ihr ein paar Worte über das Cover und den entsprechenden Künstler verlieren? Ich empfinde das Artwork immer noch als einer der stimmungsvollsten und individuellsten bildlichen Gestaltungen einer CD.

Flo: Das ist John Bauer, ein großartiger schwedischer Maler. Wir haben seine Werke vermutlich das erste Mal bei "Mortiis" ("Crypt of the Wizard") gesehen. Was am Ende den Ausschlag gegeben hat, seine Bilder zu verwenden, kann ich gar nicht mehr sagen vergessen! Wir hatten jedenfalls auch schon ein komplettes Artwork mit Fotos zusammengefummelt, und ich bin so heilfroh, dass es dann doch John Bauer geworden ist! Tim: Wobei die Fotos auch schon cool waren, zum Beispiel die Tomburg mit den fetten Wolken drüber! Aber trotzdem stimme ich mit Dir überein John Bauer ist tausendmal besser! Ich hab mir die Sachen ja mal im Original in Jonsköping im Nationalmuseum angeschaut. Das ist auch nochmal was Besonderes und definitiv einen Abstecher wert, wenn man in dieser Gegend unterwegs ist! Letztes Jahr hatte es leider gerade zu, als ich mit Maria dort Zwischenstopp machte ...

Auch habt ihr bei dem Debüt-Album erstmals mit mythischen Symbolen wie den Trollen auf dem Cover oder die Texte von "Trolldance" und "Der Nöck" gearbeitet. Welchen Bezug habt ihr zu der Thematik und was fasziniert euch an der (nordischen) Mythologie?

Tim: Mit der Begeisterung für Black Metal kam auch das Interesse an den nordischen Ländern. Ein paar Jahre zuvor hatte ich mal einen Bericht über Norwegen gesehen und mich zu Tode gelangweilt und die Leute bemitleidet, die dort wohnen. Aber plötzlich hatte es etwas Mythisches und Ursprüngliches. Für mich lag es da auch nahe, mich mit der Geschichte und den Sagen des Nordens zu beschäftigen. Da gibt’s auch wirklich einige coole Geschichten, einige sind sehr lustig! Zum Beispiel die von Suttungs Met, haha! Die nordische Natur -genauso übrigens aber auch die ganz südliche, zum Beispiel in Neuseeland- hat für mich einen ganz besonderen Reiz. Ich bringe sie mit klarer Luft, frischem, kalten Wasser, ursprünglicher Unberührtheit und tiefer Ruhe in Verbindung ganz im Gegenteil zur modernen Zivilisation mit ihrer Hektik, Enge und Luftverschmutzung, um nur einige Aspekte zu nennen. Also versteh mich nicht falsch, ich bin auch froh über die moderne Zivilisation und würde weder dauerhaft auf Heizung, noch auf moderne medizinische Versorgung verzichten wollen. Aber trotzdem nutze ich jede Möglichkeit dem Ruf der Wildnis in die Freiheit zu folgen. Und durch die Sagen und Mythen gewinnt für mich jeder Ausflug in die Natur an Atmosphäre und Mystik.

Eines der wesentlichen musikalischen Eigenschaften des Albums sind meiner Meinung nach die Kontraste zwischen den archaischen, schnellen Passagen und den sanften, elegischen Klängen. Diese Eigenschaft manifestiert sich beispielsweise in den Songs "Trolldance" und "Elfentanz". War dieser Effekt und die Gegenüberstellung der beiden Tracks von euch geplant?

Flo: Ach was. Wir haben einfach gemacht und gepuzzelt. Irgendwas haben wir uns vielleicht dabei gedacht aber sag mal, meinst Du vielleicht eher "Tower Of Sorcery"? "Trolldance" ist doch harmlos... Tja, aber ich weiß es nicht mehr. Wir waren eben damals auch schon recht offen und stilistisch vielfältig interessiert. Und rasender Black Metal und akustische Instrumentals waren ja "ok", das wussten wir auch als Newbees schon, insofern war das kein Problem, beides auf einem Album zu haben. Bei "Journey" und "Der Ort" waren wir eh noch recht Akustik-Gitarren orientiert, da hat sich das dann einfach ergeben. Sicher sind auch daran "Opeth" und "Ulver" schuld...

Auf dem Debüt hattet ihr im Gegensatz zu dem letzten Album "The Old Chamber" noch deutschsprachige Texte. Wer war damals für die Texte verantwortlich und warum habt ihr euch dazu entschieden, in mehreren Sprachen zu schreiben?

Flo: Also ich glaube, wir haben gar nichts entschieden. Damals nicht und heute nicht. Die Dinge passieren einfach und dann guckt man, was damit gemacht wird. Die Texte von damals stammen von Tim und mir, auf "Der Ort" von Christian ("Valborg") und einer damaligen Internet-Bekanntschaft. Die 7" und "Merkur" haben dann nur Texte von Christian, beim aktuellen Album war es dann die Freundin von Tim. Ich könnte mir vorstellen, auf dem nächsten Album wieder ein paar undurchsichtige Texte von Christian zu haben, aber auch das wird sich einfach ergeben...

Aufgrund der Tatsache, dass ihr vor der eigentlichen Veröffentlichung eine Demo-Version produziert habt, gehe ich davon aus, dass ihr das Album eigentlich über ein Label veröffentlichen wolltet. Wenn man sich heute umsieht, verwundert es schon, dass derart viele Bands die Möglichkeit haben, mit Labels zusammen zu arbeiten. War es damals anders? Was war letztendlich der Grund dafür, dass ihr das Album in der finalen Version als Eigenproduktion veröffentlicht habt?

Flo: Tja wie war das... ich vermute, wir haben einfach kein "Glück" gehabt, damals das richtige Label zu finden. Aber wer weiß, wie sich sonst alles entwickelt hätte? Unterm Strich ist es glaube ich gut, dass wir nicht auf irgendeinem schäbigen Black Metal-Label gelandet sind, haha!

Würde es sich nicht anbieten, "Our Journey Through The Woods" auf analogen Tonformaten aufzulegen? Das Rustikale und Ursprüngliche würde zumindest meiner Meinung nach wunderbar zum Klangbild des Albums passen.

Flo: Das überlegen wir immer mal wieder, aber das kostet viel Geld! Im Moment würde ich eher unsere Kröten zusammen halten und in das neue Album investieren. Am besten wäre, wenn ein externes Label das übernimmt. Wer will?

Im Jahre 2008 wurde "Our Journey Through The Woods" vom amerikanischen Label Vendlus Records neu aufgelegt. Wie kam das Album denn in den U.S.A. und generell im Ausland bisher an?

Flo: Ganz gut denke ich. Viele Leute fragen immer wieder gezielt nach dem Album. Ich sehe aber als Shopkeeper eh immer wieder, dass wir Hörer in aller Herren Länder haben. Und das ist eine Sache, die ich auch super finde und mit früher nicht erträumt hätte: dass Musik derart kommunikativ ist und Menschen verbindet, über alle Grenzen hinweg. Ist auch ein tolles Gefühl, wenn man in New York von fremden Leuten angesprochen wird, weil man ein Klabautamann-Shirt trägt und schon hat man wieder jemanden kennen gelernt. Letztes Jahr war ein Argentinier bei uns, der zufällig über sein Studium in Bonn war und sich über die "Klabautamann"-Seite gemeldet hat, weil er uns besuchen wollte. Großartig!

Zum Schluss muss ich doch für eine Frage mit dem Konzept dieses Interviews brechen und euch fragen, wann denn mit den nächsten Aufnahmen von "Klabautamann" zu rechnen ist, und ob ihr schon verraten könnt, in welche musikalische Richtung es gehen wird.

Tim: Wir sind schon wieder eifrig beim Aufnehmen! Aus zeitlichen Gründen gehen wir wieder den alt-bewährten "Journey"-Weg und treffen uns immer wieder mal am Wochenende zum Einspielen. Aktuell sind wir mit den Gitarren dran. Ich vermute, dass sich die Aufnahmen noch über das verbleibende Jahr hinziehen werden und rechne frühestens nächsten Sommer mit einer Veröffentlichung.
Flo: Ich glaube, es geht wieder etwas mehr Richtung "Merkur". Sehr vielschichtig und abwechslungsreich, viele cleane Gitarren, guter Kram, haha!

Nun gibt es von meiner Seite aus auch keine Fragen mehr. Ich hoffe, dass euch das Interview gefallen hat und wünsche euch alles Gute. Die letzten Worte gehören wie immer euch.

Flo: Jut, dann nutze ich mal die Gelegenheit, um allen Fans und Freunden zu danken, die uns teilweise schon seit der Anfangszeit begleiten, aber auch allen, die neu dazu kommen. Danke für den Support! Und liebe Grüße an alle tollen Menschen, die wir über die Band kennen gelernt haben!