Guten Abend, Nostarion! Schön, dass du dir ein wenig Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten. "Dämmerfarben" existiert nun schon seit einiger Zeit, dennoch kam es erst im letzten Jahr 2011 zu der Veröffentlichung eures Debüts "Im Abendrot". Hattest du nach der Veröffentlichung des Demos, als "Dämmerfarben" noch ein Soloprojekt war, das Bedürfnis, dir erst einmal ein komplettes Line-Up zu suchen, bevor du mit weiteren Aufnahmen beginnst, oder gab es andere Dinge, die diese Veröffentlichung verzögert haben?

Guten Abend! Gern nehme ich mir die Zeit für dieses Interview. Freue mich auch über deine Anfrage dazu. Nein, ich hatte nie die planende Absicht, aus "Dämmerfarben" zwanghaft eine mehrköpfige Band zu machen. Nach dem Veröffentlichen des ersten Demos habe ich mich in erster Linie anderen Projekten, sowohl musikalischer, als auch anderer Natur, gewidmet. Daher kam es auch, dass ich zwar immer wieder neues Material geschrieben habe, aber nie dazu gekommen bin, es dann auch auf CD zu verwirklichen.

Wie bist du zu den anderen beteiligten Musikern gekommen? Der Kontakt zu Fergen Grimnir scheint relativ offensichtlich, auch musikalische Parallelen zu "Kerbenok" sind feststellbar, sodass Christophers Einstieg als Drummer ebenso einleuchtet, aber als ich gelesen habe, dass Nachtgarm die Funktion des Vocalisten übernehmen wird, war ich schon ein wenig überrascht. "Negator" und "Dämmerfarben" unterscheiden sich ja schon recht deutlich in ihrer angestrebten Ästhetik.

Das stimmt, Fergen und ich teilen uns einige Dinge. Nicht nur die Einstellung, die Gefühle und das Gespür für Musik, sondern auch viele Interessen und auch unsere Arbeit ähnelt sich stark. Mit Chris ist es nicht viel anders, sein Spiel webt sich, ebenso wie das von Fergen, wundervoll in meine Klänge und Ideen ein. Sagen wir so, es herrscht ein sehr ähnliches emotionales Verständnis der Musik, die wir machen, unter uns drei Musikern. Im Jahr 2006 kam es dazu, dass ich Nachtgarm kennenlernte und er somit auch die neuen Ideen, die ich für "Dämmerfarben" schrieb. Er war recht begeistert und erzählte mir, dass "Dämmerfarbens" Musik ihn berührt und diese Art Musik und Texte ebenso ein Teil von ihm sind, wie auch der eher "harsche" Black Metal mit weniger "romantischen" Texten. So kann man dazu sagen, dass Nachtgarm das nötige Gefühl für unsere Musik definitiv mitbringt. Dennoch hat er derzeit viel mit seinen Hauptbands zu tun. An dieser Stelle wären natürlich "Negator", aber auch "Dark Funeral" zu nennen.

Da es bei einigen deiner Projekte ein paar Besetzungswechsel im Laufe der jeweiligen Historien gab, ist es vielleicht nicht ganz abwegig zu fragen, ob irgendwelche Wechsel im Line-Up von "Dämmerfarben" absehbar sind. Gäbe es davon abgesehen vielleicht ein paar Musikinstrumente, die du gerne bei "Dämmerfarben" einbinden würdest, aber nicht selber beherrschst?

Abzusehen sind keinerlei Wechsel im Line-Up von "Dämmerfarben". Fergen, Chris und meine Wenigkeit bilden seit "Im Abendrot" den festen Kern der Band. Das Einzige, was lediglich geplant ist, sind Gastmusiker auf kommenden Alben. Ein Instrument, was ich nicht beherrsche, soll auf dem kommenden Album zu hören sein. Hierbei handelt es sich um die Nyckelharpa, ein Streichinstrument mit langer Tradition. Es kommt hauptsächlich aus Schweden und Dänemark. Das wäre das einzige Instrument, welches mir einfällt zu dem Thema.

Was die Musik von "Dämmerfarben" für mich unter anderem ausmacht, sind die Kontraste zwischen recht harschen Black Metal-Passagen und den klassischen, ruhigeren Teilen eurer Musik. Solche Kontraste lassen sich ja auch in der Musik der Romantik finden, dazu sind sicher noch weitere verbindende Elemente auffindbar. Inwiefern versuchst du als Musiker, der ja offensichtlich viel mit der klassischen Musik verbindet, die romantische Epoche wieder aufleben zu lassen und wie setzt du die Aspekte um?

Ich versuche mit meiner Musik nicht zwangsläufig irgendetwas wieder zu beleben. Dennoch ist es natürlich so, und steht auch außer Frage, dass ich, als von der Klassischen Musik geprägter Musiker, die einen oder anderen Elemente aufgreife. Zu nennen wären zum Beispiel die Art des Komponierens und eben auch generell die Melodiekomposita, welche natürlich gut in diese Epoche passen würden. Dennoch ist zu sagen, dass die Romantik nicht die einzige Epoche ist, welche sich in meiner Musik widerspiegelt.

Kann man der Romantik nicht vorwerfen, relativ egoistisch zu sein? Sicher ist es nötig, dann und wann einfach die Augen vor der Welt zu verschließen. Aber würde eine explizite Weltentfremdung bei einer konsequenten, kollektiven Ausübung nicht zur Stagnation führen? Ich habe das jetzt überspitzt dargestellt, interessant ist es aber dennoch zu wissen, inwiefern sich diese Facette der romantischen Lebenseinstellung deiner Meinung nach heute weiterführen lässt, beziehungsweise, ob das überhaupt nötig ist.

Ob das generell nötig ist, kann ich dir nicht sagen. Wenn man aber das Individuum als einzelnes betrachtet, sieht das wieder anders aus. Ich denke schon, dass es für jemanden durchaus positiv sein kann, ein Stück dieser Lebens-, bzw. Sichtweise in sein Leben zu lassen. Meiner Meinung nach hast du da schon Recht, wenn man lediglich mit weltfremden und verschlossenen Augen durch die Gegend wandelt, und das eben jeder und vor allem zu jeder Zeit tun würde, dann bedeutet das absolute Stagnation. Aber wo bleibt das Lebensgefühl, wenn man nur völlig kalt und ohne Emotionen und Gedanken durchs Leben geht? Dazu kann diese Einstellung ab und an positiv beitragen.

Kannst du versuchen, die Quintessenz der Musik von "Dämmerfarben" in Worte zu fassen? Dämmerfarben beschreiben meines Wissens nach eine bestimmte Änderung der Umweltwahrnehmung durch die Lichteinstrahlung während der Dämmerung. Inwiefern lässt sich das mit der Musik verbinden?

Dämmerfarben beschreiben genau dies! Die Sonne geht zur Neige, die rötlichen Farben legen sich auf die Landschaft, das Schattenspiel der Blätter im Abendwind, eben das ganze Drumherum. Das genau, und noch einiges mehr, empfinde ich bei meiner Musik. Das ist auch ein Grund, warum die Musik auch genau so klingt und auch die Texte, meiner Meinung nach, gut passen. Etwas Melancholie, aber auch die einfache Schönheit dieser Stimmung, das ist "Dämmerfarben".

Das erste Mal kam ich mit "Dämmerfarben" über den Sampler "Der Wanderer über dem Nebelmeer" zu eurer Musik, welcher eine Hommage an das gleichnamige Bild von Caspar D. Friedrich sein soll. Welche Wirkung hat dieses Bild auf dich persönlich? Und wieso hast du ausgerechnet einen Text von Clara Müller genommen, um diese Eindrücke zu vertonen?

Das Bild hat eine starke Wirkung auf mich. Wenn ich es betrachte, dann sehe ich den Menschen, als Teil einer wundervollen Natur – sie kann stark, mächtig und gewaltig aussehen, ebenso kann sie aber ein sanftes Gewand tragen. Im Gemälde auch zu sehen, die in Bild gefasste Einsamkeit und das Zusichfinden des Menschen. So viele Eindrücke mehr beinhaltet für mich der "Wanderer über dem Nebelmeer". Manchmal betrachte ich das Bild auch und denke, schade, dass diese Gefühle bei so vielen Menschen in deren Leben keinerlei Bedeutung mehr besitzen. Den Text von Clara Müller haben wir gemeinsam ausgewählt, da er ein gewisses Gefühl, was wir mit dem Gemälde verbanden, dort wiederfanden.

Neben dem genannten Text von Clara Müller, vertont ihr auf "Im Abendrot" viele Texte von Romantikern und anderen bekannten Schriftstellern. Nach welchen Maßstäben hast du die jeweiligen Texte ausgewählt? Und wird dieses Konzept auch zukünftig fortgeführt werden? In jedem Lied, instrumental betrachtet, stecken für mich viele Empfindungen und Dinge, die ich damit verbinde. Daraufhin habe ich meine Bücher durchsucht, welche Gedichte eben diese Gefühle für mich beinhalten und lyrisch zum Konzept des Liedes passen.

Beim nächsten Album werde ich aber selbst die Feder schwingen und die Lyrik zu den Liedern kreieren. Man darf also gespannt sein.

Die verschiedenen Instrumente wurden zum Teil in verschiedenen Studios und zu verschiedenen Zeiten aufgenommen. Empfindest du das als Einschränkung? Spontane Arrangements und Ideen können so sicherlich nicht einfach umgesetzt werden.

Dass die Instrumente in verschiedenen Studios aufgenommen wurden hat lediglich den Nachteil den Klang zu optimieren, aber überhaupt nicht, sich mit Ideen auszutauschen. Alle Musiker kennen das Material und können ihre Ideen einbringen, was ich auch sehr schätze, da meine Mitmusiker in dieser Hinsicht wirklich großartig zu "Dämmerfarben" passen. Dass in den Studios zu verschiedenen Zeiten aufgenommen wurde kommt daher, da (leider) in den Tagen jeder von uns zeitlich stark eingeschränkt war.

Wird es auch in der Zukunft unumgänglich sein, dass ihr die Musik in verschiedenen Studios aufnehmen werdet? Hätte es nicht auch einen eigenen Reiz, ein komplettes Stück live im Studio aufzunehmen?

Wir werden uns für die Zukunft etwas auf ein paar Aufnahmeorte beschränken. Geplant ist, Gitarren, Gesang und Cello in einem Studio hier aufzunehmen. Drums und Bass werden dann gesondert aufgenommen. Natürlich hätte es auch seinen Reiz, gemeinsam das Studio zu betreten, aber dafür ist jeder von uns zeitlich zu sehr eingespannt. Irgendwann bekommen wir das aber auch nochmal hin! Jedoch live einspielen wird schwierig, da ich ja mehrere Instrumente übernehme.

Wie kam es zu dem Vertrag bei Northern Silence? Hattet ihr zum Zeitpunkt bereits Tonmaterial vorzuweisen oder beruht der Vertrag lediglich auf Vertrauen? Und empfindest du die Auflagengröße als angemessen?

Wie du vielleicht weißt, sollte die Compilation CD zuerst bei "Northern Silence Productions" veröffentlicht werden. Die partizipierenden Bands, unter denen auch wir waren, standen zu dem Zeitpunkt schon endgültig fest. Höchstwahrscheinlich wurden wir somit auch "probegehört". Auf jeden Fall wusste unsere Musik dem Label zu gefallen und somit wurde direkt bei uns angefragt, ob wir nicht Interesse hätten, unser Debüt-Album bei "Northern Silence" herauszubringen. Außer dem "Oktobersturm" für den Sampler war zu dem Zeitpunkt ja auch bereits die erste Demo-CD unter dem Namen "Schattenwindes Dämmerfarben" erschienen. Die Auflage des Digipacks in der Höhe von 1000 ist schon mal eine Marke für ein Debüt. Die Zeit wird es zeigen. Bestimmt wäre auch eine geringere Auflage völlig im Rahmen gewesen. Dennoch bedanken wir uns für das Vertrauen des Labels in unsere Musik!

Inwiefern unterscheidet sich das Album zum Demo, und kann man mit einem Re-Release des Demos rechnen?

Im Gegensatz zum Demo "Schattenwindes Dämmerfarben" findet man bei "Im Abendrot" wesentlich mehr schnellere Black Metal Passagen. Ansonsten sind auf beiden Werken melodische Teile mittleren bis langsamen Tempos zu hören, doch sind auch diese auf dem Demo noch etwas häufiger zu hören, heißt, streckenweise reine Streicherpassagen, welche auf dem Debüt doch eher mit Gitarrenlinien gepaart sind. Ob es ein Re-Release des Demos "Schattenwindes Dämmerfarben" geben wird, kann ich nicht sagen. Vielleicht, was ich fast schon für wahrscheinlicher halte, nehmen wir das Demo irgendwann neu auf und eben dann als ganze Band und nicht solo, wie ich es 2005 tat.

Aktuell arbeitet ihr ja an einem neuen Album. Bei vielen Bands ist es zurzeit ja zu beobachten, dass sie sich zurück zu ihren Wurzeln besinnen. Man höre sich nur das neue "Nocte Obducta"-Album an. Werdet auch ihr euch bei eurem kommenden Album ein wenig an den Anfangstagen von "Dämmerfarben" orientieren oder bemühst du dich, die Band stets weiterzuentwickeln?

Ja und nein – soll heißen, dass wir ein paar Elemente, welche an unser Demo erinnern könnten, in die Lieder integriert haben. Das kann streckenweise entfernt an Harmonien und Rhythmik à la "Saturnus" erinnern, ohne jedoch wirklich zu ähneln. Ist auch schwer zu erklären, man muss es dann einfach hören und auf sich wirken lassen. Einfach zu sagen wäre einfach: Es wird melodiöse Doom-Metal-Parts zu hören geben. Dennoch kann man das neue Material nicht mit dem auf unserem ersten Demo vergleichen. Waren hier die Black-Metal-Parts noch recht wenig, sind diese auch weiterhin in den Liedern zu finden. Doch anders, als noch auf "Im Abendrot", doch vorhanden.

Sind schon irgendwelche Formalitäten des Albums, wie der Name, das Konzept, eine Tracklist oder ähnliches Nennenswert?

Dinge, wie Name des Albums, Konzept steht auf jeden Fall schon, die Titel der Lieder stehen natürlich auch bereits, die Texte sind schließlich auch schon fertig. Eine Idee zu einer Tracklist existiert ebenfalls, nur kann sich diese noch ändern. Daher gibt es an dieser Stelle noch keinerlei Informationen zum neuen Album, was diese Punkte angeht. Sobald es aber Nennenswertes zu verkünden gibt, wird man es direkt auf unseren Internetpräsenzen nachlesen können. Was ich aber schon sagen kann ist, dass wir die Studios im März diesen Jahres betreten werden! Und um noch einmal näher auf die Gastmusiker einzugehen, so ist anzukündigen, dass Emma Björling von "Kongero" ihren Gesang auf einem, evtl. zwei Titeln beisteuern wird. An der bereits genannten Nyckelharpa wird Magnus Holmström mitwirken. Beide Musiker werden in Schweden das Studio betreten.

Neben "Dämmerfarben" bist du ja bekanntlich in weiteren Projekten und Bands aktiv. Wie gehst du beim Songwriting vor? Weißt du vorher, dass du ein Lied für ein bestimmtes Projekt schreiben willst oder triffst du die Entscheidung erst, wenn ein Lied fertig ist? Viele Musiker beschreiben ja auch ein subtiles Gefühl, das ihnen automatisch sagt, welches Lied für welche Band geeignet ist.

Ich schreibe in erster Linie Musik. In dieser Sache bin ich eben recht vielseitig. Es war nie geplant, dass ich mehrere Bands und Projekte selbst gründe. Aber irgendwann merkte ich, dass das Lied, was ich geschrieben hatte, überhaupt nicht zu "Dämmerfarben", oder einer anderen Band passte und ich wartete ab, bis (oder ob überhaupt) ich noch weiteres Material in dieser Richtung geschrieben hatte. Das beschränkt sich auch gar nicht allein auf (Black) Metal. Es gibt auch stilistisch einiges mehr aus meiner Feder.

Zusammen mit Fergen Grimnir spielst du in den Bands "Throndt" und "Idhafels". Da mein Interview mit Fergen schon einige Zeit zurück liegt, kannst du uns vielleicht auf den aktuellen Stand der Dinge bringen was diese Bands angeht?

Also, mit "Idhafels" haben wir nun auch ein komplettes, theoretisch auch Live-Line-Up. Mit diesem wird auch derzeitig das Debüt-Album aufgenommen, was sich aber auch noch etwas hinauszögern kann bis zur Veröffentlichung. Fergen hat auch fleißig, immer im Rahmen seiner zeitlichen Möglichkeiten versteht sich, an neuem "Throndt"-Material gearbeitet, Cello-Linien habe ich auch schon zu ein paar Liedern geschrieben. Wir müssen nur überlegen, wann wir das Ganze dann zu CD bringen werden. Man kann also auch hier gespannt auf Neues sein. Es wird sich wirklich lohnen.

Kannst du ein paar Worte zu den Musikerkollektiven "Folkearth" und "Folkodia" und deren Konzept verlieren? Wie kommt man mit solchen exotischen Projekten in Kontakt?

Das ist ganz interessant. Irgendwann besuchte der Frontmann beider Projekte meine "Dämmerfarben"-Seite auf MySpace. Daraufhin schaute ich mir die von "Folkearth" an und las, dass die Band noch einen Cellisten für ihr kommendes Album brauchte. Darauf wurde aber aus einer reinen Session-Stelle etwas Festes. Irgendwann wurde ich dann gefragt, ob ich nicht auch bei "Folkodia", einem Abkömmling von "Folkearth" Cello spielen wollen würde. Folge dessen geschah hier das selbige. Nach ein paar Alben mit beiden Projekten bat man mich, auch Laute zu spielen, was ich dann an gegebener Stelle auch tat. Ich muss aber sehen, ob ich in kommender Zeit weiterhin für beide Bands zur Verfügung stehen kann, oder sich das ganze vielleicht etwas reduziert.

Wird es eigentlich noch in diesem Jahr zu der Veröffentlichung des Debüts von "Dystertid" kommen und kannst du ein paar Worte über die Band verlieren?

"Dystertid" entstand im Jahr 2009. Das Songmaterial entstand in zwei Sessions, eine im Frühjahr und eine im Sommer. Ich nahm alle Instrumente allein auf, bis auf das Schlagzeug. Da half mir ein Freund aus den Niederlanden aus. Swerc kennt man auch von seinen Bands, wie "Lugubre", "Winter of Sin" und "Krocht". Auf eine bestimmte Weise assoziierte ich diese entstandenen Lieder einer gewissen Mystik um Hexen, den Harz und seine Landschaften – die Wälder und Moore. Also begann ich, auch dafür Texte zu sammeln. Die Lyrik entstammt neben einem Text meiner eigenen Feder. 2011 meldete sich Ragnar von "Ulfsdalir" bei mir und fragte an, ob er nicht den Bass nochmal einspielen dürfte, da ihm das Material sehr zusagt. Das wird dann auch bald in Angriff genommen und daraufhin dann über sein eigenes Label "Heretic Wisdom Productions" veröffentlicht. Das Label ruhte zwar nun eine ganze Zeit, soll aber zukünftig wiederbelebt werden.

Bei der Anzahl der Bands und Projekte überrascht es ein wenig, dass man dich selten auf der Bühne sehen konnte. Arbeitest du bereits an einer Umsetzung eines Live-Auftrittes? "Dämmerfarben" könnte man vielleicht ähnlich umsetzen, wie es "Dornenreich" zurzeit machen, also die Shows in ein Akustik und ein Metal Set zu teilen.

Das stimmt allerdings. Vor einiger Zeit konnte man mich öfter live auf der Bühne sehen, aber dort als Teil eines Kammer- und/oder Symphonieorchesters. Ferner auch mit ein paar (Black) Metal Bands aus meinen vergangenen Tagen. Aber auch in Zukunft wird man mich wieder live auf der Bühne sehen können. Ich bin seit letztem Jahr Gitarrist der Band "Enid", mit der wir auch an einem Live-Programm arbeiten. Auch mit "Funeral Procession" spielte ich auf dem "Aurora Infernalis Festival III" letztes Jahr und es werden wohl auch noch einige Konzerte folgen. Was ein Live-Programm mit "Dämmerfarben" angeht, so habe ich mir schon länger Gedanken dazu gemacht, nur bedarf es dazu ein paar mehr Musiker, als unser "normales" Line-Up hergibt. Aber dafür habe ich auch schon ein paar Leute im Auge, die dem nicht abgeneigt wären. Dennoch möchte ich darauf erst näher eingehen, sobald es da mehr Spruchreifes zu berichten gibt.

Nach den ganzen Fragen ist es vielleicht entspannend, ein wenig unbeschwerter über persönliche Vorlieben zu sprechen, und als Hörer kann man vielleicht auch eher die Musik verstehen, wenn man die Menschen dahinter kennt. Also bitte ich dich einfach in den folgenden Kategorien ein paar persönliche Favoriten zu nennen:
Reiseziele:

Ich reise gern, daher wäre da eine Fülle zu nennen. Doch hatte ich in vergangener Zeit schon oft die Möglichkeit gehabt, weiter herum zu kommen. Zu nennen wären da ein paar meiner Lieblingsreiseziele: Einige Länder Südamerikas (Neotropis), Australien, Inseln um Afrika (z.B. Madagaskar), aber auch in den Kälten, z.B. Norwegen, Island, Schweden, etc.

Genussmittel:

Hm, unter Genussmitteln kann man viel verstehen. So beschränke ich mich an dieser Stelle einmal auf die Flüssigen. Einen guten Highland Whisky zur sinnlichen Stunde, den nehme ich doch gern zu gegebener Zeit zu mir. Das gönnt man sich eben in gemütlicher Zeit schon mal.

Alben für den Sommer:

Puh, da fragst du mich ja was… also es gibt auch durchaus gute Black Metal-Scheiben für den Sommer, z.B. von "Dødheimsgard", "Nocte Obducta" (Nektar I+II), und viele mehr. Aber ich höre auch zum Beispiel gerne alte "Sepultura"-Platten, wie "Beneath the Remains", "Arise", u.A. Jetzt könnte ich noch weiter ausholen, aber das soll an dieser Stelle reichen.

Schriftsteller:

Ich habe ehrlich gesagt kaum Zeit Belletristik zu lesen. Hab ich ein Buch in der Hand, handelt es sich meist um Fachliteratur.

Ich bedanke mich und hoffe, dass die Beantwortung dir nicht zu viel Zeit geraubt hat. Ich wünsche dir viel Glück für deine Projekte. Die letzten Worte gehören dir.

Ich habe mich für dein Interesse zu bedanken und dafür, dass du uns die Möglichkeit für dieses Interview gegeben hast! Beste Grüße auch an alle Fans von "Dämmerfarben"! So wünsche ich euch ein waches Auge für die kleinen Dinge im Leben, die einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, wie etwa der erste Schnee oder ein warmer Sommerwind, der durchs Haar streift. Alles Gute!